Experteninterviews

Gesundheitswesen-Experten im Gespräch mit dem igefa Nachhaltigkeitsrat
 

Fotot Vertriebsleiterin Gesundheitswesen Jutta Schiecke
Jutta Schiecke, Vertriebsleiterin
Gesundheitswesen igefa Zentrale
FOTO Geschäftsführer igefa ProMedical Malte Christiansen
Malte Christiansen, Vertriebsleiter
igefa ProMedical



Wie würden Sie die Entwicklungen im Gesundheitsmarkt beschreiben?

Jutta Schiecke: Der Gesundheitsmarkt weist volkswirtschaftlich gesehen in Deutschland das stärkste Wachstum auf.
Gründe dafür sind die demografische Entwicklung durch eine höhere Lebenserwartung der Menschen und einen permanent steigenden Pflege- und Behandlungsbedarf sowie grandiose Innovationen in der Medizin. 

Der Absatzmarkt für medizinische Produkte in Deutschland ist riesig und wurde im Jahr 2015 mit 18,2 Milliarden Euro beziffert.
Allerdings wird das Absatzwachstum für medizinische und nichtmedizinische Verbrauchsmaterialien durch begrenzte Finanzierungsmöglichkeiten gebremst und zum Beispiel für das Jahr 2016 in Studien der GKV (Gesetzliche Krankenversicherung) auf vier Prozent prognostiziert.

Malte Christiansen: Dies ist im Marktsegment Krankenhäuser deutlich zu spüren. Der Gesetzgeber gibt zunehmend Strukturen vor, welche die Qualität der medizinischen Versorgung und Pflege innerhalb der begrenzten Finanzierungsmöglichkeiten sicherstellen sollen.
Beispielsweise setzt er für die Vergütung von Leistungen ausreichend qualifiziertes Personal voraus. Aufgrund der damit verbundenen Kosten müssen die Ausgaben für die Beschaffung von Sachmitteln im Anteil automatisch sinken.

Jutta Schiecke: Im Marktsegment der Seniorenpflege fördert der Gesetzgeber vor allem ambulante oder Homecare-Modelle.
Die Zahl der Pflegebedürftigen wird von jetzt 2,6 Millionen auf ca. 3,2 Millionen bis 2030 steigen, die Zahl der stationären Pflegeplätze steigt in geringerem Maße ebenfalls.
Zahlreiche Betreiber von Seniorenresidenzen und Pflegeheimen investieren in Angebote für zu Hause lebende Patienten: mobile Pflegedienste, Tagespflege, Kurzzeitpflege.


Wie passen Sie Ihr Angebot an, um Ihre Kunden zukünftig optimal zu versorgen?

Malte Christiansen: Krankenhäusern bieten wir durch die igefa ProMedical bundesweit das Konzept der Krankenhaus-Vollversorgung an: Vom Kugelschreiber über Verbandsmaterialien bis hin zu Implantaten können wir die komplette operative Beschaffung und logistische Versorgung bis ins Schrankfach hinein übernehmen und eine sichere Versorgungskette garantieren.
Daraus ergeben sich viele Vorteile für unsere Kunden: Sie verringern ihre Kapitalbindung, greifen auf standardisierte Produkte und Prozesse zurück und ihre Beschaffungskosten werden transparenter.

Jutta Schiecke: Mit den Alten- und Pflegeheimen arbeiten wir im Bereich Hygiene- und Inkontinenz-Material heute schon eng zusammen. In den folgenden Jahren liegt ein Schwerpunkt darin, das Versorgungsangebot um pflegerische und andere Sortimente zu erweitern.
Ein anderer darin, den Einrichtungen umfangreiche zusätzliche Dienstleistungen anzubieten, damit sie ihre Herausforderungen noch besser meistern können. 


Und welche Dienstleistungen bieten Sie an?

icos_careJutta Schiecke: Logistik-Konzepte wie eine bewohnerbezogene Belieferung in der Seniorenpflege, das Angebot einer zentralen Rezeptabrechnung und die Unterstützung der Pflegekräfte bei der Dokumentation zur Inkontinenzversorgung sind wichtige Leistungen, die entwickelt und kontinuierlich ausgebaut werden.

Mit Hochdruck wird derzeit die Software IcosCare aktualisiert und weiter perfektioniert. Dieses webbasierte Bestell- und Informationssystem ist auf die Gegebenheiten in Pflegeeinrichtungen ausgerichtet und stellt sowohl Versorgungspläne pro Bewohner als auch anfallende Kosten transparent für alle Beteiligten dar.
Pflegekräfte können sich auf das Wesentliche konzentrieren und sichern gleichzeitig die Qualität ihrer Arbeit.

Unser MedCom Center, das bereits zahlreiche Homecare-Patienten versorgt, berät und deren Rezeptabrechnung übernimmt, bietet diesen Service nun auch stationären Einrichtungen und ambulanten Pflegediensten an. 


Wie erfassen Sie die unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Kunden in Krankenhäusern, in Pflegeeinrichtungen, mobilen Pflegediensten und der Homecare-Patienten?

Jutta Schiecke: In erster Linie mithilfe kompetenter Fachberater aus dem jeweiligen Metier sowie durch regionale Key-Account-Manager im Gesundheitswesen. Ein laufendes Schulungsangebot unseres igefa Campus qualifiziert unsere Fachberater entweder im Rahmen von Präsenz-Seminaren oder kleinen und kompakten E-Learning-Tools im Hinblick auf aktuelle Anforderungen des Marktes.
Durch diese Maßnahmen sind sie in der Lage, mit Schulungen und Unterweisungen in den Pflegeeinrichtungen das dortige Qualitäts-management zu begleiten.

HoReCa-Branchenspezialist im Interview mit dem igefa Nachhaltigkeitsrat
 

FOTO HoReCa-Branchenspezialist Ralf Schwierzke
Ralf Schwierzke
HoReCa-Branchenspezialist

Wie würden Sie die Entwicklungen im Gastgewerbe- beziehungsweise HoReCa-Markt beschreiben?

Ralf Schwierzke: Insgesamt konzentriert sich der HoReCa-Markt (Hotel, Restaurant, Catering) weiter, internationale Konzerne und nationale Ketten gewinnen an Präsenz.
Die klassischen Hotels und Restaurants verändern sich mehr und mehr zu Erlebnis-Hotels beziehungsweise -Restaurants.
Zu den Wachstumsmärkten in diesem Segment zählen vor allem Cateringangebote für Singlehaushalte, Schüler (Ganztagsschulen) und Events einschließlich des fahrbaren Mittagstischs. 

Die teilweise hohe Mitarbeiterfluktuation in dieser Branche – resultierend aus unattraktiven Arbeitszeiten, geringer Vergütung, physischen und psychischen Belastungen – führt zu einem steigenden Anteil an Aushilfs- und Teilzeitarbeitskräften.
Diese Entwicklung macht einen größeren Schulungsbedarf notwendig. Zugleich nehmen die staatlichen Kontrollen zu und die Anforderungen an Hygiene- und Arbeitssicherheitsstandards steigen.
Im Ergebnis steigt die Nachfrage nach Outsourcing-Partnern für jene Aufgaben, die nicht das Kerngeschäft unserer Kunden – einen Gast umfassend zu verwöhnen – darstellen.

 

Und die igefa übernimmt solche „Outsourcing-Aufgaben“?

Ralf Schwierzke: Auf jeden Fall. Wir betrachten die beschriebenen Marktentwicklungen als Chance, noch enger mit unseren Kunden zusammenzuarbeiten. Neben der Versorgung mit Produkten des täglichen Bedarfs gehört es zum wesentlichen Bestandteil unseres Geschäftsmodells, dass wir unsere Kunden durch die passenden Dienstleistungen entlasten, damit sie sich noch besser auf ihre Hauptaufgaben konzentrieren können.

Und dafür qualifizieren wir unsere Fachberater zu Spezialisten der Branche, zum Beispiel zu Küchenhygienespezialisten, Kollektionsberatern und Ansprechpartnern in allen Fragen rund um die Arbeitssicherheit.
Unsere Kunden sollen sich schließlich in jedweder Frage sicher beraten und mit einer passenden Lösung gut versorgt fühlen.  

Über unseren igefa Campus bieten wir umfangreiche Schulungsangebote für unsere Kunden und deren Mitarbeiter.
Mit dem Seminar „Wie ‚tickt‘ der Lebensmittelkontrolleur“ können sich unsere Kunden beispielsweise sicher auf Hygienekontrollen vorbereiten. Von Housekeeping-Seminaren über Basis-Hygiene-Schulungen bis zum Führungskompetenz-Kurs – das Programm richtet sich sowohl an Betriebsverantwortliche als auch an Mitarbeiter aller Funktionsbereiche.

Besonders attraktiv ist das umfangreiche Angebot der Filialversorgung, beispielsweise von Restaurant- oder Bäckereiketten.
Anstelle der Lieferung der Ware auf Paletten bis an die Rampe – die vom Kunden erst auseinandergenommen, sortiert und inhouse verteilt werden muss – können wir mithilfe von Rollbehältern an die verschiedenen Verwendungsstellen der Filiale liefern. 

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Sie kann unseren Kunden erhebliche Einsparungen bei allen kaufmännischen Aufgaben wie Bestellung, Budgetierung, Rechnungsabwicklung oder Kostencontrolling verschaffen.
Hier bieten wir eine Fülle an Möglichkeiten über Marktplatz- oder Direktanbindung an das EDV-System unserer Kunden, über den igefa E-Shop oder unser hauseigenes Bestell- und Informationssystem ICOS.
Durch Bestelloptimierung können beispielsweise aufwendige und ressourcenintensive Einzellieferungen vermieden und Artikel mit Umweltzeichen bevorzugt ausgewählt werden.

Als Vollsortimenter stellen wir zudem stets unser Produktportfolio auf den Prüfstand und konnten zuletzt interessante neue Sortimente aufnehmen: von Arbeitskleidung über Gastro-Zubehör – also zum Beispiel Kochutensilien und Geschirr – bis hin zu nachhaltigen Einweg-Lebensmittelverpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen, die kompostier- beziehungsweise recycelbar sind. 

Neben unserer regionalen Nähe zu den ortsansässigen Betrieben im Gastgewerbe sind wir auch in der Lage, überregional und international tätige Kunden zu versorgen. Hier können wir unter anderem auf das Großhandelsnetzwerk der INPACS zurückgreifen.

Die HoReCa-Branche hat in unserer Unternehmensstrategie einen hohen Stellenwert und wir haben die Entscheidung getroffen, die Anzahl unserer Branchenspezialisten für das Gastgewerbe in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln.

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Experteninterviews

igefa Branchen-Spezialisten im Gespräch mit dem Nachhaltigkeitsrat.

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Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Mit unserem Produktangebot PSA helfen wir unseren Kunden, ihre Mitarbeiter zu schützen.

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igefa Campus

Weiterbildung als Lösung für die Herausforderungen im Personalwesen.

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CSR-Verständnis

Wir versorgen Menschen. Für eine saubere und sichere Welt. 

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igefa Nachhaltigkeitsrat

Der igefa Nachhaltigkeitsrat ist das bundesweite Steuerungsgremium für die Nachhaltigkeitsaktivitäten des Firmenverbundes.

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Umweltschutz

Energieverbrauch im Verhältnis zum Umsatz in den letzten fünf Jahren um 20 Prozent reduziert.

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Gesellschaftliches Engagement

Unser Anspruch ist es, dort zu wirken, wo Hilfe dringend benötigt wird und auch ankommt.

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Bericht

Wir berichten entlang der anerkannten Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der Global Reporting Initiative (GRI).